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Melancolia

Ein Abend mit russischer Kammer- und Vokalmusik
Um das Melos russischer Musik zu beschreiben, wird gerne der Begriff Melancholie verwendet. Vielleicht ist das tatsächlich eine gute Annäherung, denn sie trifft auch auf unser Programm mit Liedern, Kammermusik und vokaler Kammermusik zu.
Sowohl Sergei Rachmaninoff als auch Dmitri Schostakowitsch waren oft nachdenklich und pessimistisch. Rachmaninoff wurde gerne als Komponist von Moll-Werken bezeichnet; das Schattige und Traurige, das viele seiner Lieder kennzeichnet, macht sie umso schöner und berührender.
Schostakowitschs Romanzen-Suite op. 127 – geschrieben für die ungewöhnliche Besetzung Sopran und Klaviertrio – besitzt einen klanglichen Pessimismus, der typisch für die letzten zehn Jahre seines Lebens ist. Dieses Werk markiert den Beginn seines Spätwerks, das oft in sich gekehrt ist und mit sehr wenigen Noten auskommt. Mit Nina Tarandek haben wir eine großartige Sängerin für dieses russische Repertoire gefunden.
Rachmaninoffs Lehrer Anton Arensky ist lange nicht so bekannt wie sein Schüler, doch erfreut sich sein 1. Klaviertrio in d-Moll op. 32 besonderer Beachtung und Anerkennung. Wer wissen will, wie russische Melancholie zu beschreiben ist,der möge nur der Exposition des 1. Satzes lauschen: Diese dunkle und rhapsodische Violinmelodie mit schwebenden Harmonien im Klavier ergreift unmittelbar…
PROGRAMM:
- Sergej Rachmaninoff (1873–1943): vier ausgewählte Romanzen (Lieder)*
"Als wir uns gestern trafen" op. 26,13 (Y. Polomsky)
"Wir werden uns ausruhen" op. 26,3 (A. Tschechow)
"Das Geheimnis des Herzens" op. 26,1 (A. Tolstoi)
"In der Stille der geheimnisvollen Nacht" op. 4,3 (A. Fet) - Dmitri Schostakowitsch (1906–1975): Romanzen-Suite (1967)
nach Gedichten von Alexander Blok (1880–1921)
für (Mezzo-)Sopran und Klaviertrio op. 127
1. "Lied der Ophelia"
2. "Gamajun, der Prophetenvogel"
3. "Wir waren zusammen"
4. "Die Stadt schläft"
5. "Sturm"
6. "Geheime Zeichen"
7. "Musik" - Anton Arensky (1861–1906): 1. Klaviertrio d-Moll op. 32 (1894)
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro molto
3. Elegia. Adagio
4. Finale. Allegro non troppo
*zur Information: Das Konzert in Kirchzarten findet ohne Pause und ohne die Rachmaninofflieder statt.
Mezzosopran: Nina Tarandek
Holst Trio
Violine: Sylvia Oelkrug
Violoncello: Philipp Schiemenz
Klavier: Klaus Simon
