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Britteniade 2026: Britten – The Vocalist

Britteniade 2026 anlässlich des 50. Todesjahres des Komponisten
Liederabend
A Survey through Britten's Songs
Frank Bridge war Brittens Kompositionslehrer und ein Komponist, der etwas im Schatten seiner berühmteren Schülers steht. Deswegen eröffnen wir den Liederabend Britten - The Vocalist mit sechs wundervollen Liedern, die so reizvoll und dankbar sind, dass es bis heute verwundert, warum dieser Komponist gerde in Deutschland nach wie vor so sträflich vernachlässigt wird.
Die lebenslange Partnerschaft mit dem Tenor Peter Pears inspirierte Britten nicht nur auf dem Bereich der Oper zu Meisterwerken wie Peter Grimes, sondern auch zu einem bedeutenden Liedschaffen. Die meisten Lieder wurden daher Peter Pears gewissermaßen in den Mund geschrieben.
Sein bedeutender später Zyklus Songs and Proverbs of William Blake op. 74 von 1965 entstand original für den deutschen Bariton Dietrich Fischer-Dieskau (u. a. der Uraufführungsinterpret des Baritonparts von Brittens War Requiem), mit dem Britten diesen Zyklus auch für Decca einspielte. Es ist sein längster und anspruchvollster (und vielleicht auch dunkelster) Liederzyklus, der dem großen englischen Dichter William Blake (1757–1827) ein Denkmal setzt.
Der frühe Zyklus On this Island op. 11 wird meistens von Sopranen gesungen, die dafür sehr dankbar sind. Der Textdichter W. H. Auden (1907–1973) war lange Zeit einer der wichtigsten Dichter des jungen Britten. Die fünf Lieder sind brillant, dankbar und sehr abwechlsungsreich, streifen sogar gelgentlich barocke Modelle („Let the florid music praise“) oder Unterhaltungsmusik der 30-er Jahre („As it is, plenty“). Herzstück des Zyklus ist das „Nocturne“, den Sie in einer Fassung mit zusätzlichem obligaten Violoncello hören werden. Klaus Simon hat diese zusätzliche Melodiestimme, die kontrapunktisch mit der Gesangsstimme interagiert so geschrieben, dass sie ganz natürlich den melodischen Fluss bereichert.
Zu guter Letzt erleben wir Britten als Arrangeur von diversen Volksliedern. Seine Folk Songs Arramgements entstanden seit Anfang der 40er Jahre bis fast Ende seines Lebens und gehören zu den gelungensten Aneignungen von volkstümlichen Melodien des 20. Jahrhunderts.
PROGRAMM:
Frank Bridge (1879–1941)
- Selected Songs
Where she lies asleep H. 113 (Mary E. Coleridge) (1914) ST
So early in the morning; O H. 130 (James Stephes) (1918) ST
Adoration H. 57 (John Keats) (1906) HCB
Come to me in my dreams H. 71 (Matthew Arnold) (1906)
Fair Daffodils H. 51 (Robert Herrick) (1905)
Love want a-riding H. 114 (Mary E. Coleridge) (1914) HCB
Benjamin Britten (1913–1976)
- Songs and Proverbs of William Blake op. 74 (1965) HCB
1. Proverb I
2. London
3. Proverb II
4. The Chimney Sweeper
5. Proverb III
6. A Poison Tree
7. Proverb IV
8. The Tyger
9. Proverb V
10. The Fly
11. Proverb VI
12. Ah, Sun-Flower
13. Proverb VII
14. Every Night and every Morn - On this Island op. 11 (1937) ST
für Sopran und Klavier (W.H. Auden)
1. Let the florid music praise
2. Now the leaves are falling fast
3. Seascape
4. Nocturne (Fassung mit obligatem Violoncello von Klaus Simon 1997)
5. As it is, plenty - Folk Song Arrangements Selection (1941–1958)
für Sopran, Bariton, Violoncello und Klavier
The Trees they grow so high (Somerset Folk Song) 1941 ST
The Salley Gardens (W. B. Yeats) 1941 HCB
The Ash Grove (Welsh Tune) 1941 ST
The Plough-Boy (Tune by W. Shield) 1945 HCB
Da unten im Tale/The Stream in the Valley# (German Folk Song) 1946 ST+HCB
The last rose of summer 1958 HCB
Sopran: Siri Karoline Thornhill
Bariton: Hans Christoph Begemann
Violoncello: Philipp Schiemenz
Klavier: Klaus Simon
Foto: mphil.de
