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2. Münchner Schule

Ensemblekonzert mit Werken von W.. Killmayer, R. Joachim, K. Schmauder und M. Eggert sowie P. Hindemiths legendärer Kammermusik Nr. 1
Als 1. Münchner Schule (oder „Münchner Komponistenschule“) wird eine Gruppe von Komponisten um Ludwig Thuille und Richard Strauss bezeichnet, die an der Wende zum 20. Jahrhundert in München wirkte.
Wir behaupten nun ganz selbstbewusst, dass es natürlich auch eine 2. Münchner Schule gibt, die von der dortigen Musikhochschule ausgeht und von dem vor 10 Jahren verstorbenen Komponisten Wilhelm Killmayer (*1927) begründet wurde, der in der bayerischen Landeshauptstadt lange als einflussreicher Kompositionslehrer wirkte.
Sein bekanntester Schüler, der Komponist und Pianist Moritz Eggert (*1965) arbeitet in der der Nachfolge Killmayers aktuell als Kompositionsprofessor an der Isar und hat eine reiche Schar interessanter Schüler hervorgebracht. Zwei junge Elevinnen davon sind der Holst Sinfonietta persönlich sehr vertraut, so Rabea Joachim (1995) und unsere feste Bratschistin Katharina Schmauder (1994).
Somit spielen wir in diesem Konzert gleich drei (!) Generationen dieser 2. Münchner Schule, welche doch in ihrer Unterschiedlichkeit doch vieles gemeinsam haben: deren Musik ist undogmatisch, postmodern und musikantisch und auch des öfteren überaus unterhaltsam.
Killmayers Quartett, für die ungewöhnliche Besetzung von 2 Violinen, Cello und Klavier ist typisch für sein Schaffen: sie ist einerseits ernst und melancholisch und anderseits laut und intensiv.
Joachim und Schmauder sind beide auch hervorragende Streicherinnen, weswegen beide gerne Musik für Streichinstrumente komponieren. Joachim hat viele idiomatische Solowerke für Violine und Bratsche Solo geschrieben,von denen wir Nebenwege und Stimme meiner Gedanken ausgewählt haben. Von Schmauder hören wir ihr spannendes Cellokonzert mit unserem Ensemblecellisten Philipp Schiemenz als Solisten, der es zum erstenmal in Freiburg zu Gehör bringen wird. Tangofreunde werden beim Cellokonzert übrigens reich belohnt werden….
Eggerts interior at pathworks ist ein herrlich schrilles Stück mit zahlreichen Performanceelementen, das einer seiner Markenzeichen geworden ist. Das ist eine Musik, die vom Livecharakter lebt, da es auch viel zu sehen gibt...
Paul Hindemith war zwar kein Münchner, aber dessen Oper Die Harmonie der Welt wurde dort 1957 uraufgeführt und an der Münchener Musikhochschule wird seit einigen Jahren der Internationale Hindemith Violawettbewerb ausgetragen,sodass wir es uns erlaubt haben, dessen legendäre Kammermusik Nr. 1 in diesen Abend zu integrieren. Es ist übrigens eines der ersten Ensemblestücke der Musikgeschichte, das auch ein Akkordeon verlangt (wie übrigens auch Schmauders Cellokonzert..). Dieses Werk ist vielleicht Hindemiths bestes und wildestes Stück seiner frühen Jahre, das bis heute nichts von seinem Schwung verloren hat.
PROGRAMM:
- Rabea Joachim (*1995): Stimme meiner Gedanken (2023)
für Violine Solo - Wilhelm Killmayer (1927–2017): Quartett (1975)
für 2 Violinen, Violoncello und Klavier
anlässlich seines 100. Geburtsjahres - Rabea Joachim: Nebenwege (2021)
für Viola Solo - Intermezzo 1: Zu Besuch bei einer "Komponistin" (2018)
Kurzfilm von "Sahra Kleindschmidt" alias Rabea Joachim und "Peter Postel" alias Moritz Eggert - Katharina Schmauder (*1994): Cellokonzert (2016)
Besetzung: Violoncello Solo, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Schlagzeug, Akkordeon, Streichquartett und Kontrabass
Freiburger Erstaufführung - Moritz Eggert (*1965): Interior at Petworth – 8 Variationen über ein Bild von William Turner (2005)
für Septett (Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Dirigenten)
Freiburger Erstaufführung - Intermezzo 2: "Me-Too an den Musikhochschulen" (2026/27)
Film von Rabea Joachim und Moritz Eggert
Uraufführung - Paul Hindemith (1865–1963): Kammermusik Nr. 1 op. 24,1 (1921)
für 12 Soloinstrumente (Flöte, Klarinette, Fagott, Trompete, Schlagzeug, Akkordeon, Klavier, Streichquartett und Kontrabass)
Violoncello Solo: Philipp Schiemenz
Holst Sinfonietta
Flöte und Piccolo: Clara Giner Franco
Oboe: Itsuko Sanada
Klarinette und Bassklarinette: NN
Fagott: Robert Oros
Trompete: Basile Lefebvre
Schlagzeug: Lee Forrest Ferguson
Akkordeon: Jörg Reinhardt
Klavier: Olivia Shurman
Violine: Sylvia Oelkrug
Violine: Cornelius Bauer
Viola: Katrina Saffuri
Violoncello: Philipp Schiemenz
Violoncello: Mika Tamura
Kontrabass: Markus Lechner
Foto: FooTToo
