Grußworte
Lieber Klaus Simon, liebe Musikerinnen und Musiker der Holst-Sinfonietta, sehr geehrte Jubiläumsgäste,
in unserer schnelllebigen Zeit ist es mehr als nur eine Meldung wert, wenn ein junges Orchester sein 10jähriges Bestehen feiert. Wenn es sich dabei auch noch um ein derart innovatives und wagemutiges Ensemble handelt, wie es die Holst-Sinfonietta ist, dann erhält dieses Jubiläum sogar noch größeres Gewicht. Von Beginn an war es Anspruch und selbst auferlegte Verpflichtung dieses Orchesters, mit seiner Repertoirewahl, aber auch durch musikalische Courage und intellektuelle Offenheit die ausgetretenen Pfade der Klassikwelt zu verlassen – in der festen Überzeugung, dass das Publikum eben nicht nur die ewigen Lieblingswerke des Standardrepertoires hören will, sondern auch durchaus dazu bereit ist, sich auf neue Erfahrungen einzulassen und Querverbindungen herzustellen. Dieser Anspruch korrespondiert wunderbar mit der NAXOS-Labelphilosophie: Denn auch wir fühlen uns der ganzen faszinierenden Bandbreite der klassischen Musik verpflichtet – von der Alten Musik bis hin zu zeitgenössischen Werken –, was nicht nur von unseren Künstlern, sondern von den vielen NAXOS-Fans weltweit mitgetragen wird. So ergibt sich die Schnittstelle zwischen der Holst-Sinfonietta und uns – und eine Zusammenarbeit, die bereits beachtliche erste Resultate aufzuweisen hat und in den kommenden Jahren noch weiter ausgebaut wird. 2004 haben wir eine CD (NX 8.559206) mit Ensemble- und Vokalwerken des amerikanischen Komponisten Joseph Schwantner veröffentlicht, die äußerst positive Besprechungen u.a in der FAZ und im BBC Music Magazine verbuchen konnte; ein Jahr später folgte die Gesamtaufnahme von John Adams‘ Song Play „I Was Looking at the Ceiling and Then I Saw the Sky“ (NX 8.669003-04), bei der die Band der Holst-Sinfonietta ihr Tonträgerdebüt gab und zusammen mit den ebenfalls exzellenten Gesangssolisten der Young Opera Company für Furore sorgte. 2007 werden die nächsten Einspielungen mit weiteren Werken von John Adams sowie von Steve Reich folgen.
Ganz gleich, ob im Studio oder auf dem Konzertpodium: Die Holst-Sinfonietta zeigt neue Wege zur Musik auf. Dabei fehlt dem Orchester jene elitär-avantgardistische Abgehobenheit und Strenge, die andere auf zeitgenössische Musik spezialisierte Ensembles zuweilen an den Tag legen. Bei aller Virtuosität und Professionalität ist es die grundlegende und mitreißende Freude an der Musik, die Klaus Simon und seine Mitstreiter immer wieder spürbar machen. Daraus resultieren CDs und Konzertprogramme, die eine tiefe intellektuelle Auseinandersetzung vermitteln, aber zugleich auch jenen so charakteristischen, dynamischen Enthusiasmus. Zu diesen Erfolgen, aber auch zu seinem unverwechselbaren inhaltlichen Profil kann ich das Orchester und seinen Leiter nur beglückwünschen.
Anlässlich eines Jubiläums blickt man nicht nur zurück, sondern schaut auch nach vorn. Orchester und Label sind in dem Bestreben vereint, Antworten auf eine zentrale Zukunftsfrage der Musikwelt zu geben: Wie kann es gelingen, immer wieder auch nachwachsende Generationen für die Klassik zu begeistern? Die Holst-Sinfonietta hat dazu, pünktlich zum Jahrestag, ihr eigenes Jugendorchester gegründet. Auch zu diesem Schritt gratuliere ich herzlich, denn eine gezieltere und wirksamere musikalische Nachwuchsförderung ist kaum denkbar. Ein weiterer Weg sind speziell zugeschnittene CD-Veröffentlichungen: NAXOS spricht die Klassikfans von morgen mit einer ganzen Fülle solcher Produkte an – von der Baby-CD bis hin zum „ABC der Klassik“. Im Rahmen unserer Reihe Laureate Series wird zudem jungen Preisträgern internationaler Solistenwettbewerbe die Möglichkeit geboten, bei uns ihr CD-Debüt zu geben. Gerade für junge Musikerinnen und Musiker ist es von größter Bedeutung, früh ein Publikum zu erreichen und an dieser wichtigen Erfahrung zu reifen.
Sie alle werden die Kunst der Holst-Sinfonietta nun live erleben, und ich bin mir sicher, daß dies eine unvergeßliche Erfahrung sein wird. Ich wünsche Interpreten und Publikum wunderbare musikalische Momente. Klaus Heymann NAXOS Int.
Glückwunsch zu zehn Jahren Holst-SinfoniettaUnglaublich, was uns die Holst-Sinfonietta in den zehn Jahren ihres Bestehens an Entdeckungen beschert hat! Schaut man die Programme durch - sie quellen über von Kostbarkeiten. „Jupiter, der Bringer der Freude“ - so nannte Gustav Holst, der Namensgeber des jungen Kammerorchesters, einen Satz seines bekanntesten Werkes „Die Planeten“. Man möchte die Bezeichnung gern auf das Orchester selbst übertragen. Was dieses Orchester in besonderem Maße kennzeichnet, das ist eine unbändige Freude am Neuen, gerade auch am „alten“, bisher noch nicht entdeckten oder wieder zu entdeckenden Neuen, am bisher noch nicht Gehörten. Und diese Freude lassen die Musiker auf die Hörer überströmen. Jede einzelne Aufführung ist ein Erlebnis. Wesentlich trägt dazu das einmalige Ambiente im Weinschlößchen der Elisabeth-Schneider-Stiftung bei. Doch ebenso vermögen die Künstler/innen des Orchesters ihre Begeisterung im E-Werk, in der Ludwigskirche, an vielen anderen Orten zu übertragen. Von spritzigen Kaberett-Songs bis zur stählernen Unerbittlichkeit einer Galina Ustvolskaja, vom Songplay der Minimal Music bis zur Kirchenoper Benjamin Brittens - es ist ein wunderbarer Kosmos, den die Musiker der Holst Sinfonietta (viele davon gehören auch zur Young Opera Company) erschlossen haben, oft zum ersten Mal in Freiburg zu Gehör gebracht. Dank und hohe Anerkennung gebührt Klaus Simon, dem Gründer und künstlerischen Leiter der Holst Sinfoniette. Bewundernswert, wie er immer wieder Spitzenkräfte gewinnen kann, wie er jungen Musikern eine Chance gibt, wie er Talente fördert, wie er zum Musizieren begeistert - und wie er das alles organisatorisch professionell ins Werk setzt, nicht zu reden von der frustrationsreichen Arbeit, für all die neuen Einstudierungen und Inszenierungen Geldgeber aufzutreiben. Das Wunder Musik läßt sich durch nichts anderes erklären und durch nichts ersetzen. In den Aufführungen der Holst-Sinfonietta wird es erlebbar. Die dankbaren Hörer wünschen dem Orchester für die nächsten zehn Jahre ein Fortdauern der Begeisterung, der Kreativität, des Erfolgs - und eine weiter wachsende Fan-Gemeinde. Prof. Dr. Ludwig Wenzler früherer Leiter der Katholischen Akademie Freiburg
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